Willkommen in meiner Welt

Hallo, hier ist Melania.

Ich werde dieses Jahr 57 Jahre alt. Jung, ja, aber in der Arbeitswelt manchmal auch nicht wirklich. Ich liebe die moderne Arbeitswelt, WhatsApp, Instagram, manchmal auch Online-Shopping, finde es toll, mich immer selbst informieren zu können, und liebe auch die Schnelligkeit, mit der das Ganze heute vonstattengeht.

Doch gelegentlich habe ich einfach Sehnsucht nach meiner Welt – meiner Offline-Welt. Bücher lesen, Musik hören auf LPs oder CDs, reale Telefongespräche in vollständigen Sätzen führen und nicht per WhatsApp nur kurz mit Zeichensprache erfahren, wie es den anderen geht. Meine Freundinnen anrufen oder schnell treffen und nicht auf Instagram checken, wo sie gerade sind. Ins Kino gehen und nicht per Apple TV oder Netflix angesagte Filme zu Hause sehen. Reale Meetings haben in einem Raum, wo alle Teilnehmer in Fleisch und Blut versammelt sind, und keine Meetings im virtuellen Raum … Einfach altmodisch „jung“ sein in meiner Welt.

Meine Generation hat in der Arbeitswelt viele tolle Innovationen kennengelernt und viele Change-Prozesse angestoßen, Arbeitstechniken völlig verändert und sich den Gegebenheiten der neuen Arbeitswelt angepasst.  Und trotzdem: über Weihnachten war ich 14 Tage bewusst offline. WOW, was für ein Gefühl der Freiheit, des Vertrauens. Nicht kontrollieren können, was gerade alles passiert, hat mir gutgetan. Mein Präsenz im Hier und Jetzt wurde dadurch erhöht. Klar, dass es da nur wenige Fotos von Weihnachten und Silvester gibt, mein Handy war ja aus.

Es wieder einzuschalten war genauso gut. Wir haben jetzt Februar, und tatsächlich bin ich bewusster darin geworden, meine beiden Welten miteinander in Einklang zu bringen.

Im Februar hat das chinesische „Jahr des Schweins“ begonnen. Ich nehme mir vor, meine Stärken, die ich in der Arbeitswelt entwickelt habe, auch im Alltag bewusster einzusetzen: Präsenz, Tiefe, ein langsameres Denken, das Wissen darum, nicht alles kontrollieren zu können, nicht überall gleichzeitig sein zu wollen und all das mit digitalem Können zu vernetzen. Ganz im Sinne des Jahres des Schweins wird diese klare Entscheidung auch Früchte tragen.

Vielleicht haben Sie ja auch Lust dazu. Was waren Ihre Stärken in den ersten Jahren Ihrer beruflichen Laufbahn? Na, erinnern Sie sich?

Alt und Neu muss kein Widerspruch sein, sondern können sich wunderbar ergänzen. Ich bin beides: an old-fashioned girl with innovative thoughts and digital tools. That’s me!

Melania

Und übrigens, wie schon Albert Einstein sagte: Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und darauf zu hoffen, dass sich etwas ändert.